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Zehn Festmeter für Bienenstöcke

Märkische Oderzeitung

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Zehn Festmeter für Bienenstöcke

Zehn Festmeter für Bienenstöcke
Von Sven Klamann-
Eberswalde (MOZ) Imker aus Berlin haben bei eisiger Kälte zugeschaut, wie im Stadtwald von Eberswalde für sie zehn Festmeter Weymouths-Kiefer gefällt wurden. Das Holz ist für den Bau von ganz besonderen Bienenstöcken vorgesehen, in deren Entwicklung zehn Jahre intensiver Arbeit steckt.
Die Bienen sind im Augenblick um nichts in der Welt dazu zu bringen, ins Freie zu schwirren. Sie haben sich in ihren Stöcken zu Trauben zusammengefunden und schützen sich mit der Wärme der Gemeinschaft vor dem Frost. "So schaffen es die Bienen, in ihrem Bau eine Temperatur von um die 25 Grad zu halten", sagt Josef Meinhardt, der im Jahr 2000 das Projekt "4B" aus der Taufe gehoben hat und seither mit Feuereifer verfolgt. Das Kürzel steht für "Bienenstock-Bau-Berlin-Brandenburg" und hat zum Ziel, mit Holz aus der Region Bienenbehausungen zu errichten, die das nach dem amerikanischen Imker Lorenzo Langstroth (1810 bis 1895) benannte Baukastensystem weiter perfektionieren. Das Vorbild der meisten heute aktiven Imker hatte sich erstmals eingehend mit Magazin-Bienenstöcken befasst, die auch übereinander gestapelt werden können.
Der "4B"-Initiator hat so lange an dem Baukastensystem nach Langstroth herumprobiert, dass sein Modell mittlerweile serienreif ist. "Es gibt gute Gründe dafür, dass wir die Stämme für die Bienenstöcke im Barnim einkaufen", sagt Josef Meinhardt. Vor allem sei ihm daran gelegen, schon aus ökologischen Gründen in der Nähe von Berlin zu bleiben. "Und bei Eberswalde wächst die Weymouths-Kiefer, deren Holz extrem leicht ist und sich obendrein prima verarbeiten lässt", hebt der Berliner Imker hervor. Dann muss er schweigen, weil die Motorsägen aufheulen und jede Unterhaltung unterbinden.
Bevor die Forstarbeiter am nächsten Stamm weitermachen, verweist Eberswaldes Stadtförster Wolfram Simon darauf, dass in seinem 1500 Hektar großen Revier jährlich 5000 bis 6000 Festmeter Holz verkauft werden. "Dennoch sind uns auch die zehn Festmeter wichtig, die uns die Imker abnehmen", sagt er. Zumal die Weymouths-Kiefer ansonsten nicht so gefragt sei.
Zu den Unerschrockenen, die trotz Eiseskälte beim Fällen zuschauen, gehört Professor Hans-Joachim Bergmann, der als Eberswaldes Bienenpapst gilt und in jedem Herbstsemester an der Fachhochschule Vorlesungen über die Bienenkunde hält. "Es ist in Ordnung, dass die Bienenstöcke weiter mit einer Abdeckung aus Blech ausgestattet werden. Das schützt sie wirksam vor Schäden durch Mäuse", sagt er.

Mittwoch, 27. Januar 2010 (08:41)

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