Arge Magazin-Imker e.V. unterstützt
mit Langstrothbauplänen das
,,Projekt:Honig in der Savanne"
Der Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit e.V.
Mittelstr. 3a,D-17489 Greifswald,
Fax.: +49(0)3834 508687
E-Mail: info@daz-eu.de
Internet:www.daz-eu.de
DAZ“ sucht junge Imker
Den Aufbau der Imkerei in der Savanne leitet ein junger deutscher Imker.
Zusätzlich sucht die,, DAZ“ Imker, die unseren Partner in Togo künftig vor Ort unterstützen. Für junge Leute (18 - 28 Jahre alt) gibt es das Programm WELTWÄRTS des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die fast alle Kosten für einen Einsatz von einem Jahr übernehmen. Der nächste Einsatz beginnt im September 2011.
Das Projekt
Die Initiatoren des Projektes
"Honig der Savanne": Dipl.Ing. Etienne Dablé, Präsident von IT Village und Imker Jacques Koidima aus dem Nachlarland Burkina Faso
„Honig der Savanne“ läuft seit 2009. In der Provinzhauptstadt Dapaong im Norden Togos wurde 2010 mit Hilfe von DAZ eine Imkerei errichtet. Sie soll ausgebaut und professionalisiert werden. Imkerei ist für die Savanne eine erfolgversprechende Maßnahme zur Verbesserung der Einkommen von armen Dorfbewohnern. Die Savanne ist die ärmste Region in Togo. Die Dorfbewohner leben vor allem von der Subsistenzwirtschaft. Die Erträge auf den Feldern sind in den letzten Jahren rückläufig. Extreme Trockenzeiten wechseln mit starken Regengüssen. Abholzungen und Brandrodungen sind weitere Gründe für die Verschlechterung der Böden und damit für geringere Ernteerträge. Mit einer umfangreichen Aufforstung und mit der Imkerei hat der DAZ-Partner IT Village Gegenstrategien entwickelt, an deren Durchsetzung seit einiger Zeit zielgerichtet und schrittweise gearbeitet wird. Ein wichtiger Nebeneffekt des Aufbaus von neuen Imkereien ist, dass dadurch eine verbesserte Bestäubung der Feldfrüchte erreicht wird und damit Ernteerträge gesteigert werden können.
In der trockenen Savanne
finden die Bienen einen für sie sehr gut geeigneten Lebensraum. Besonders am Baobab, einem der typischen Bäume der Savanne, sammeln sich viele Bienenvölker. Bei Besuchen haben wir an einem Baum bis zu 20 Völker gezählt. Dorfbewohner berichten von bis zu 100 Völkern an einem Baobab.
Der Honig hat
eine gute Qualität. Die Haupterntezeit ist von Februar bis April. In dieser Zeit ist die Luftfeuchtigkeit gering. Das fördert die Qualität des Honigs. Die Savanne gilt in Afrika als der am besten geeignete Raum für die Imkerei.
2010 konnten durch IT Village bei dem ersten Aufkauf von Waben rund 300 kg Honig gewonnen werden. Der Honig war ohne viel Werbung schnell verkauft. Abnehmer waren Privatpersonen und Hotels in den großen Städten des Landes. Es hätten größere Mengen verkauft werden können. Im Angebot der Geschäfte und des Handels findet man in Togo nur wenig Honig.
Mit dem Projekt
„Honig der Savanne“ sollen die einzelnen Stufen von der Honiggewinnung bis zum Verkauf verbessert werden. IT Village beschäftigt dazu einen Projektleiter und vier weitere Mitarbeiter. Sie werden unterstützt von einem jungen im hessischen Bienenzentrum ausgebildeten Imker, der als Freiwilliger innerhalb des WELTWÄRTS-Programms des BMZ für ein Jahr bei IT Village tätig ist. Der Aufbau der Imkereien erfolgt in Absprache und in Zusammenarbeit mit der regionalen Behörde des togoischen Landwirtschaftsministeriums. Mitarbeiter der Behörde haben zugesagt, IT Village bei der Anleitung und Ausbildung der Imker zu unterstützen. Die Mitarbeiter der Behörde machen beim Aufbau von Imkereien ebenfalls erste Erfahrungen. Die Hoffnung besteht, dass diese Erfahrungen dadurch auch für Imker in anderen Dörfern eingesetzt werden.
Durch den positiven Start
der Imkerei im April 2010 sind in mehreren Imkerdörfern Erwartungen geweckt worden. Die Imker haben für den Verkauf ihrer Waben ein Einkommen erzielt, dass bisher außerhalb ihrer Vorstellung war. Sie haben sich darum auf einen größeren Verkauf an IT Village im Jahr 2011 vorbereitet. IT Village rechnet mit einem Angebot von Waben, dass zu einer Ernte von 5 t Honig führen kann. Für diesen umfangreichen Kauf von Waben und ihre Verarbeitung sollen darum mit dem Projekt „Honig der Savanne“ die Voraussetzungen geschaffen werden. Dies Projekt ist eine große Chance, vielen armen Familien in der Savanne zu einem besseren Einkommen zu verhelfen.
Für das Projekt werden vier Stufen geplant:
Stufe 1: Honiggewinnung
In rund 100 Dörfern werden Imkervereine gegründet. In diesen Dörfern gibt es jeweils mehrere Imker, die die Waben der wild lebenden Bienen von den Bäumen gewinnen bzw. Bienenvölker in Tontöpfen, in Topas und vereinzelt auch in Magazinkästen halten. Traditionell werden die Waben dieser Bienen von den Bäumen gewonnen, indem die Bienen durch Rauch eines offenen Feuers vertrieben werden. Dabei kommt es häufig zu einer Erhitzung der Waben, was die Qualität des Honigs erheblich vermindert und die Bienenvölker zerstört.
Die Imkervereine organisieren die Sammlung und den Verkauf der Waben. Innerhalb der Vereine werden Schulungen durch IT Village unter Mitwirkung der staatlichen Behörde für Landwirtschaft für die Gewinnung der Waben, Bienenhaltung und die Lagerung der Waben durchgeführt.
Mitglieder der Vereine erwerben mit Hilfe eines Kleinkreditprogramms Magazinbienenkästen von IT Village. Mitarbeiter von IT Village führen die Imker ein in die Arbeit mit diesen Kästen und begleiten und beraten die Imker dabei.
Unter Anleitung des deutschen Imkers werden Magazinbienenkästen (Langstroth) gebaut. Im Projektzeitraum sollen in 10 Dörfern, in denen besonders aktive Imker tätig sind, jeweils 10 Kästen zur Erprobung zur Verfügung gestellt werden.
Stufe 2:Aufkauf und Verarbeitung der Waben
Die Waben werden von IT Village aufgekauft und in der 2010 geschaffenen Imkerei zentral in Dapaong verarbeitet. Neben dem Honig soll künftig auch Wachs verarbeitet werden, z.B. für eine Kerzenproduktion.
Da es in der Region kein Transportsystem, auch keinen Busverkehr von den Dörfern in die Provinzhauptstadt Dapaong, gibt, muss ein eigenes Transportwesen aufgebaut werden. Dafür sind zwei Drei-Rad-Motorräder vorgesehen, auf denen die Behälter für die Waben auch über unebene Dorfstraßen transportiert werden können.
Stufe 3: Vermarktung der Honig- und Wabenprodukte
Für den regelmäßigen Absatz von größeren Mengen an Honig- und Wabenprodukten müssen Märkte erschlossen und ein Verkaufsnetz geschaffen werden. Zunächst soll in Dapaong und in Lomé der Verkauf in größerem Stil organisiert werden. Außerdem sollen viele Hotels des Landes zu Verkaufsgesprächen aufgesucht werden.
Honig aus der Savanne
Stufe 4: Bienenzucht
Um die Honigproduktion zu verbessern, ist es vorgesehen, die Königinnenzucht zu beginnen. Ein Berater von IT Village, der als Imker in Burkina Faso tätig ist, züchtet Königinnen seit einigen Jahren. Diese Züchtung soll auch in Togo erfolgen, um nachhaltig gute Ergebnisse bei der Imkerei der Savanne zu erzielen. Die Züchtung ist ein Prozess, der sich über viele Jahre hinzieht. Ziele der Züchtung sind:
* Steigerung der Honigproduktion
* Sanftere Bienen
* Vitalere Bienen
* Schwarmträge Bienen.
Durch das Projekt sollen Wertschöpfungsketten
in der Savannenregion aufgebaut werden, die nachhaltig bei armen Familien zu mehr Einkommen führen. Da in den Dörfern der Savanne große Armut herrscht, kann man dort nicht mit großen Umsätzen rechnen. Der Verkauf des Honigs und der Wabenprodukte muss dort erfolgen, wo Menschen mit höherem Einkommen leben. In den Städten der Savanne wird dies auch nur in begrenztem Maße möglich sein. Darum muss ein Verkaufsnetz in den südlichen Landesteilen, besonders in der Hauptstadt Lomé, geschaffen werden. Der Marktpreis für 1 kg Honig beträgt zurzeit in Togo rund 4 €, in der Hauptstadt Lomé bis zu 5 €. Bei einem Kilopreis von 4 bis 5 € kann trotz weiter und aufwendiger Transportwege mit einer erheblichen Einkommenssteigerung der Imker gerechnet werden.


















