Einfacher Wanderbock aus Holz
Klapp-Wanderbock
Einfacher Wanderbock aus Holz
Das Wandern ist des Imkers Lust - oder Frust? Manche tun sich tatsächlich und im wahrsten Sinne des Wortes schwerer damit als notwendig. Der kritische Punkt ist oft die Wanderunterlage. Hochkomplizierte, schwere und teure Metallböcke mit Niveauregulierung werden als Nonplusultra angepriesen. Oder aber, wenn es wirklich nichts kosten darf, sollen alte Balken aus Häuserabrissen den Dienst tun. Derart ausgerüstet machen die Bienen am Gewicht der Wanderfuhre meist den geringsten Anteil aus. Die erste Version ist eine Fehlinvestition, die zweite am falschen Platz gespart. Beides aber ist unökonomisch.
Die Lösung ist ein faltbarer Wanderbock (nach Kraft*). Er lässt sich im Eigenbau billig herstellen. Einfachste, kurze Bretter aus der Sägerei (z.B. Stumpenbretter) mit einer Stärke von ca. 25mm genügen völlig. Auch Tannen- oder Fichtenholz ist ausreichend für eine amortisierende Lebenserwartung. Mit Hartholz hergestellte Wanderböcke fallen nicht nur wesentlich teurer und schwerer aus, die Sägearbeiten mit normalen Hobbymaschinen würden sich ungleich schwieriger gestalten. Statt dessen investiert man besser in ein bewährtes Holzschutzmittel, oder man lässt die fertigen Böcke druckimprägnieren. Eine Dienstleistung, die eine gute Sägerei oder der Holzhändler gerne vermittelt.
Vorbereitung
Im beigefügten Plan sind keine Maße angegeben, weil es nun mal keine einheitlichen Beutentypen gibt. Die richtige Größe ist aber leicht zu ermitteln, wenn man zur doppelten Breite eines Kastens noch gut 10 cm zugibt. Dann haben 2 Beuten gut auf der Unterlage Platz, die sich auch noch bequem bearbeiten lassen. Die Breite der Bretter richtet sich in erster Linie nach dem persönlichen Geschmack des Imkers. Ich empfehle 10 cm. Was darüber hinausgeht, macht die Unterlagen wieder schwerer und wenn nicht teurer, so doch aufwendiger in der Herstellung.
Zunächst sägt man alle Bretter auf eine Breite und längt sie ab. Was in der Länge nicht ausreicht, wird noch einmal genau in der Mitte längs aufgesägt und findet für die Querhölzer Verwendung. Ihre Länge sollte etwa der Länge der verwendeten Beute entsprechen. Gleiche Breite haben die auf einer Seite parallel zu den Führungsschlitzen angebrachten Scharnierhölzer. Sie sind der eigentliche Trick bei diesen Klappböcken, denn erst sie ermöglichen das flache Zusammenfalten. Aus dem restlichen Abfallholz können zum Schluss die Stollen gesägt werden. Sie verhindern, dass die Wanderunterlage völlig in der Erde steht. Geht man beim Zuschneiden des Holzes wie oben beschrieben vor (halbieren der nächstgrößeren Breite), hat man den geringsten Verschnitt. Die Tragebretter erhalten nun auf beiden Stirnseiten in der Mitte einen Schlitz von einer Breite, die etwas mehr als die Stärke der Querhölzer ausmacht. Dadurch werden die Scharniere leichtgängig. Eine wichtige Funktion, vor allem im Hinblick darauf, dass das Holz auf der feuchten Erde quillt, die Klappfunktion aber dennoch erhalten bleiben muss. Für die Schlitze bohrt man zunächst an der Brettinnenseite zwei große Löcher und sägt den Rest mit der Stich- oder Bandsäge aus. Mit der Kreissäge sollte diese Arbeit wegen zu hoher Unfallgefahr nicht gemacht werden.
Der Zusammenbau
Nun beginnt der Zusammenbau. Scharnierhölzer und Stollen werden geleimt und angenagelt. Dabei ist darauf zu achten, dass für einen Bock immer ein linkes und ein rechtes Teil benötigt wird. Jetzt gilt es nur noch, die Querhölzer einzubauen, die zuvor am Drehpunkt etwas weiter als der Durchmesser der verwendeten Nägel durchbohrt werden müssen. Da die Scharniernägel recht groß ausfallen, müssen auch alle Nagelstellen vorgebohrt werden, um zu verhindern, dass das Holz springt. Hier allerdings etwas kleiner als der Nageldurchmesser.
Die faltbaren Beutenunterlagen nach Kraft haben schon viele Freunde und Nachahmer gefunden. Die leichte Handhabung und das geringe Gewicht sind ihre bestechenden Vorteile. Die für einen PKW -Anhänger voll Bienenvölker benötigte Menge (und mehr) passt bequem in jeden Kofferraum. Wen die geringe Völkerzahl pro Bock stört, dem sei gesagt, dass sich Zweiergruppen wesentlich leichter bearbeiten lassen als Völker in enger Reihenaufstellung. Mit kleinen Gruppen ist man in der freien Landschaft viel flexibler mit der Aufstellung, die überdies der Orientierung der Bienen entgegenkommt. Auch der Ausgleich in unebenem Gelände ist mit kurzen Unterlagen besser zu bewältigen als mit 5er oder 10er Böcken. Meistens genügt das Unterlegen mit einem Brettchen oder einem Stein an einem Eck. Wer dennoch die Bienen gerne in Reih und Glied stehen hat, kann dies ohne weiteres durch Aneinanderkettung einzelner Gruppen auch mit dieser Wanderunterlage tun.
Stückliste
Die Maße sind als Vorschlag zu verstehen. Sie können nach eigenem Geschmack variiert werden. Die hier angeführten Maßangaben eignen sich für Zander-Magazinbeuten mit 9 Waben (Maße in cm)
Stückliste
| Stück | Teil | Dicke | Breite | Länge |
| 2 | Tragbretter | 2 | 10 | 95 |
| 2 | Querhölzer | 2 | 4 | 48 |
| 4 | Scharnierhölzer | 2 | 4 | 10 |
| 4 | Stollen | 2 | 2 | 10 |
| 2 | 70er Nägel für Scharniere | |||
| 24 | 40er Nägel zum Zusammenbau |
Konstruktionsplan Wanderbock:
Quelle:
Armin Spürgin
Fachberater für Imkerei
ALLB Freiburg
* K. H. Böttcher: Bienenzucht als Erwerb 4. Auflage, Ehrenwirth, München
